Roland Koch und die Schattenregierung:Studiengebühren

Regieren ohne Mehrheit, die 1.

Neben den allgemeinen Studiengebühren von 500 Euro pro Semester sollen auch die Sondergebühren für Langzeitstudenten abgeschafft werden. Um eine Mehrheit für das Vorhaben zu erhalten, zählen SPD und Grüne auf die Linke. Die CDU warf den Sozialdemokraten vor, nach dem Scheitern einer Minderheitsregierung erneut nach den Stimmen der Linken zu schielen. Die Union hätte eine Lösung unter den demokratischen Parteien begrüßt. Die FDP sprach von Wortbruch, weil die SPD ihr Rückzahlungs-Versprechen nicht halte.”dpa/AZ KH

Liebe Regierungsbeauftragte: Experiment machen, Auswirkungen beobachten, Auswirkungen mit Zielsetzungen vergleichen , gegebenenfalls korrigieren

Zielsetzung : Humanistische Hochschule, die sowohl ein Qualitätsstudium ermöglicht, als auch eine Grauzone der Lebensführung. (oder so)

Thema: Studiengebühren/pb-Netz

“Dadurch werde Hessen zu einer «Hochburg für Langzeitstudenten und Bummelanten», sagte der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn.”//NETZEITUNG

Privathochschulen:

“Die Gebühren zwingen die Hochschulen zu Qualität, weil sie in einen Wettbewerb um zahlende Kunden eintreten – ihre Studenten.”Andererseits ermunterten die Gebühren die Studenten zu Leistung und brächten ihnen den Wert von Bildung näher. “Unsere Studenten wissen, daß Studiengebühren nichts anderes sind als eine Investition in ihre eigene Zukunft, die sich doppelt und dreifach auszahlt.””Unsere Bewerberzahlen sind gut, offenbar schrecken die Gebühren niemanden ab, solange wir dafür eine exzellente Ausbildung bieten.”//faznet2004

Erfahrungsbericht BW

Rede des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst Professor Dr. Peter Frankenberg MdL:“Wenn wir nun von den davon Begünstigten einen Eigenanteil von etwa 10 % verlangen, so, glaube ich, ist das ein sinnvoller Beitrag angesichts der natürlichen Begrenztheit der staatlichen Ressourcen…. Eine soziale Auslese ist derzeit nicht feststellbar…..Die Aufwendungen für die Verwaltung der Studiengebühren sind weit geringer, als die Kritiker gewünscht und wir befürchtet haben….Vieles wurde bereits in diesem Sommersemester über die Gebühreneinnahmen bewegt, von verlängerten Öffnungszeiten bei Bibliotheken, Studien- und Rechenzentren bis hin zur besseren Bücherausstattung und einer Verbesserung der Betreuungsrelation, durch zusätzliche Tutorien, aber auch durch die Verbesserung der Infrastruktur im EDV-Bereich.

Wichtig ist, glaube ich, dass viele Studierende erkannt haben, dass zwischen ihrer Leistung und der Leistung, die geboten wird, sowie zwischen der geldlichen Leistung und der Gegenleistung Zusammenhänge bestehen.”///CDU-BW2007

GEW :”Aus der Betrachtung dieser vier westeuropäischen Länder ergibt sich, dass die Studiengebühren nicht isoliert betrachtet werden dürfen. Man muss sie im Zusammenhang mit den übrigen Studierkosten betrachten und hierbei auch die Opportunitätskosten und die Lebenshaltungskosten einbeziehen. Die Abschreckung, die durch Studiengebühren in Österreich verursacht wurde, kann nicht allein durch ökonomische Faktoren erklärt werden. Die Akzeptanz von Studiengebühren hängt auch mit der Strategie zusammen, welche bei ihrer Einführung gewählt wird. Fragt man danach, ob Studiengebühren abschreckend auf Studienbewerber wirken und dadurch ein Hindernis bei der Ausschöpfung von Begabungsreserven darstellen, dann muss man Zuschüsse, Darlehen und Studiengebühren insgesamt betrachten.

Es ist zu fragen, ob nicht alle Bürgerinnen und Bürger einen Darlehensanspruch auf die Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen erhalten sollen, wobei die Rückzahlung des Darlehens an das Erreichen eines bestimmten Einkommensniveaus gekoppelt werden sollte.”///GEW-Berlin2003

Bildung als Ware?

“Fakt ist: Vermögende und Großunternehmen zahlen in Deutschland tendenziell immer weniger Steuern, obwohl die deutsche Wirtschaft von den Hochschulabgängern (“Humankapital”) profitiert. Der finanzielle Druck wird nun u.a. an die Studierenden weitergegeben.””Es gibt noch einen weiteren Grund, der gegen die Einführung von Gebühren spricht: Bildung wird dadurch zur Ware, deren Angebot sich nur noch nach Angebot und Nachfrage richtet. Auch das lässt sich am Beispiel Australiens belegen: Für unterschiedliche Studiengänge werden dort – je nach Nachfrage – unterschiedliche Gebühren verlangt. Medizin und Jura bringen viel, Geisteswissenschaften bringen wenig Geld ein. Weil das Geld an die Hochschulen fließt, sortieren diese alles aus, was teuer ist oder wenig einbringen. Die Folge: Geisteswissenschaftliche Fächer und Randdisziplinen mit hohem Forschungsaufwand fliegen aus dem Angebot. Die bisherigen Erfahrungen belegen: Studiengebühren machen Bildung zur Ware und führen zur geistigen Verarmung der Bildungslandschaft. Das humanistische Bildungsideal wird mit Füßen getreten.”///ASTA-Uni Ffm2005

Karl Marx:” Wenn in einigen Staaten […] auch ‘höhere’ Unterrichtsanstalten unentgeltlich sind, so heißt das faktisch nur, den höheren Klassen ihre Erziehungskosten aus dem allgemeinen Steuersäckel zu bestreiten.”//Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft/ Heutzutage sind die Gehaltsunterschiede zwischen Akademikern und Nicht-Akademikern in Deutschland noch vergleichsweise gering, wie eine Studie der IG Metall kürzlich belegt hat. Das aber wird sich mit einer dramatisch steigenden Nachfrage nach Akademikern ändern.

“Derzeit sind die Studienkosten in Deutschland vergleichsweise hoch, weil die durchschnittliche Studiendauer zu lang ist. Um das zu lange Studium zu finanzieren, hat der Studierende einen unterbezahlten Nebenjob angenommen und kellnert sich arm. Das ist kurzfristig gedacht. Der Verdienstausfall und die Lebenshaltungskosten eines zu langen Studiums sind um ein Vielfaches höher als die Studiengebühren.

Nachfragesteuerung durch Studierende im Wettbewerb und nicht Angebotsorientierung durch Planwirtschaft. Die Hochschulen werden ein Stück weit autonom und können bedarfsgerecht handeln.

Nicht akademisch motivierte Studierende und Langzeitstudierende exmatrikulieren sich – zu Recht. Auch die Anzahl der Experimentalstudierenden geht zurück, das Ausprobieren im Studium muss durch eine bessere Qualifizierung der Schüler auf ihre Studienentscheidung im Vorfeld ersetzt werden.

Ein gehaltvoller Beruf hingegen ist wohl meistens einer, der richtig Spaß machen sollte. Wir verbringen etwa 80.000 Stunden unseres Lebens im Beruf. Das ist zu viel, um nur des Geldes wegen zu leiden.”///INSM:Prof. Jansen

Deutschlandfunk“Aber denken Sie bitte daran, dass im derzeitigen System die unteren Einkommensschichten die oberen und mittleren Einkommensschichten subventionieren. Das derzeitige System ist eine Umverteilung von unten nach oben, einfach deshalb, weil Arbeiterhaushalte, die das Studium von Kindern begüterter Einkommensschichten mitfinanzieren.”

“Alle Erfahrungen, die in anderen Ländern gesammelt worden sind durch die Einführung von Studiengebühren besagen, dass es sehr auf die Art und Weise ankommt, wie Studiengebühren eingeführt werden. Wenn sie mit einem Darlehen, das später erst zurückbezahlt wird, wenn man Geld hat, und wenn man kein Geld hat, nicht zurückbezahlt wird, zusammen eingeführt werden, dann hat das keine abschreckenden Wirkungen………Das kann man aber auch in Österreich sehen, wo vor einigen Jahren Studiengebühren eingeführt worden sind, es zuerst einmal zu einem Abfall an Studienanfängerzahlen gekommen ist, weil es keine Stipendien gegeben hat, dann anschießend diese Stipendien eingeführt worden sind und mittlerweile wieder dasselbe Niveau vorhanden ist.

“Wir müssen sehr aufpassen an den Hochschulen, dass wir auch in Zukunft “nicht marktgängige” Studiengänge und Forschungsrichtungen erhalten. Wir brauchen auch diese Nische. Wir brauchen sie aus vielen Gründen, nicht zuletzt, weil aus einer Nische immer wieder mal ein zentraler Focuspunkt einer Forschung werden kann. Da müssen wir in der Tat aufpassen. Niemand redet hier der “Ökonomisierung” von Universitäten das Wort.”

“Die Studiengebühren müssen ohne Abstriche den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Und es darf nicht zu einer Absenkung der bisherigen Landeszuschüsse kommen. Und die müssen auch im bisherigen Ritus gesteigert werden. Wenn das der Fall ist, bin ich ganz sicher, dass wir die Studienbedingungen drastisch verbessern können.”

“Mit der Erfahrung von Studiengebühren, die Mittel, die jetzt reinkommen könnten, weit mehr als diese Mittel, sind in den letzten drei, vier Jahren gekürzt worden. Allein in Bayern ist der Hochschuletat in den letzten drei Jahren um 15 Prozent gesunken. Dadurch, dass Studiengebühren eingeführt und eingetrieben werden, zieht sich der Staat zurück, das heißt, die öffentlichen Ausgaben werden um den Betrag, der privat reinkommt, runtergefahren. Das ist ein Nullsummenspiel im Endeffekt.”

” Denn überall, in allen Ländern, die Studiengebühren einführen werden, werden zumindest Kreditmodelle angeboten werden. Ich bin fest der Überzeugung, dass zukünftig vermehrt Stipendien angeboten werden, Es wird keine soziale Auslese geben. “//Deutschlandfunk2006

Auswirkungen von Studiengebühren auf die Zugangsgerechtigkeit//Prognose2005

Studiengebühren und ihre sozialen Folgen//Untersuchung2003
Aktuelle Beobachtung zur BRD Bildungsqualität ????

“Am 28. Februar wurde in einer Sachverständigenanhörung im Landtag von Nordrhein-Westfalen eine Art erste Bilanz der Einführung von Studiengebühren gezogen. Das Ministerium lobte sich und sprach davon, dass Studiengebühren überwiegend positiv bewertet worden seien. Andere sahen durchaus Grund für – auch scharfe – Kritik. Mal wieder ein Beispiel dafür, wie sich jeder das herauspickt, was in den eigenen Kram passt.”//studis-online

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