Im ßchweiße deineß Angeßißchtß bloggern

Vorbemerkung: Da ich heute bei Datenschmutz löbliche Erwähnung fand, scheint mir ein erregiertes Ego möglich. Selbstverliebte Spielereien bitte ich in Betracht zu ziehen

Bloggern zum Broterwerb, dieses Thema wurde mir über Rivva, dem Pulsfühler der deutschsprachigen Blogospäre nahegelegt.

Im dünnluftigen Olymp der Bloggers Reality würde ich versuchsweise Don Alphonso, den Gutsverwalter, der schnöden Lebenserwerb nicht nötig zu haben scheint und aus dieser Position sehr streng über Korruptionstendenzen und Profitprostitution wacht, Sascha Lobo, den ich mehr vom Hörensagen kenne, der versucht der Vision einer neuen Arbeit komme was wolle Geschäftsfelder zu erschliessen und Robert Basic, der mit seinem Blog tatsächlich Geld verdient, als augenfälligste Exponenten dieser Thematik ausmachen.

Ich,ich,ich selbst, würde mich,mich,mich persönlich, wenn ich denn Schublädchen einräumen würde, zu den experiementierfreudigen Blogmönchen , den forschergeistigen Netzkulturlern und den agenturgesponsorten Taugenichtsen aus Spaß an der Freude rechnen, werde nun mein hedonismusverludertes Hirn fundamentalen Fragen des Bloggertums zuwenden.

Oh my gosh.

Selbst noch ein Greenhorn an der electronic frontier, eine Hyäne, die vom Verzehr von Kleingetier und den leftovers der Bloglöwenmeute ihr Dasein fristet, kann ich hier nur naiv und basierend auf meiner bescheidenen Erfahrung zu verstehen versuchen, jedoch keine druckreife Welterklärung liefern. Ich bitte um Nachsicht.

Ein Blog ist ein Kommunikationswerkzeug, mit dem man selbsterzeugte oder zusammengeklaubte, rekombinierte Inhalte öffentlich machen, aufbewahren, zur Diskussion stellen kann. Wie jedes Werkzeug hat der Blog beabsichtigte und kreativ erschließbare Verwendungsmöglichkeiten, die meines Wissens von pyralabs popularisierte grundlegende Architektur der Content Managment Software, die wir verwenden, hatte im Sinn eine Kollaborationsplatform bereitzustellen.

Mannigfaltige Verwendungsmöglichkeiten, jede Spielart definiert quasi aufs Neue, was ein Blog sein kann. Naheliegend ist es, sich an Formaten aus der Gutenberg-Galaxis zu orientieren, was aber unangenehmerweise dazu führen kann, daß die klassische Medienwelt ihre Funktionsweise versucht den neuen öffentlichen Bewußtseinsformen überzustülpen, im Geiste der Kontrollierbarkeit, was schon dazu geführt hat, das die krawattentragende, anwaltsbewährte Geschäftswelt mit der Impressumspflicht, der Entsprechung des auf der Straße frei sichtbar getragenen Personalausweises, private mediendatenverarbeitende Blogprojekte zur leichten Beute für Abmahnkriminelle und Hobbykläger gemacht hat.

Um zum Denkanstoss zurückzuverbinden: Die Professionalisierung einzelner Blogprotagonisten birgt die Gefahr im Prinzip allen Bloggern das Regelwerk der Verwertungsindustrie geistiger Erzeugnisse aufzunötigen. Bloggen, nicht ohne meinen Anwalt und freie Meinungsäußerung nur wer sich das auch bitte leisten kann. Verflixt zum Beispiel für eher akademische oder ateliersartige Nutzungsweisen.

Aber jetzt genug von meinen Ansichten, kommen wir doch einmal dazu was ich denke. Bisher bin ich ein Amateur, ein Liebhaber, mir gefällt, das ich mit der Blogsoftware meine Erkenntnisrouten und situativen Interessenschwerpunkte nachvollziehbar ablegen kann, das sich in einem post in mir zusammenlaufende Informationsstränge zu einer Momentaufnahme verdichten, die mir ermöglicht, meinen gedanklichen Standpunkt von Außen zu betrachten.

Der öffentliche Charakter dieser Studierstube ist Ansporn und Mahnung für Verständlichkeit und Sozialverträglichkeit,bereichernd und fordernd.

Ok.

Angenommen ich bräuchte Geld (hey) und würde überlegen, wie ich mit meiner Blogtätigkeit einen Einkommenszufluß generieren könnte, fiele mir ersteinmal das althergebrachte Konzept des Anzeigenplatzverkaufs, bzw. der Rezipientenanbietung an. Das entsprechende Widget einzubeziehen hatte ich noch nicht die Muse, ich vermute nur, das bei den mir vergönnten Zugriffszahlen dabei nur Spuren von Erdnüssen herausspringen würden. Einträglicher wäre ohnehin die Aufmerksamkeit meines Publikums/Ensembles direkt an Werbende zu vermieten, die dann mehr oder weniger dezent ihre Produkte feilbieten oder aufdrängen , ignoriert oder honoriert werden können. Je unvermittelter und damit verlustärmer ich an die Werbeetats rankommen wollte, desto mehr müsste ich mein Produkt der Schablone der wirtschaftlichen Verwertbarkeit verständlich machen, mich notgedrungen magazinähnlich definieren, mit beständig hohen Besucherzahlen und einer konsumfähigen Klientel, in direkter Konkurrenz zu der Printpresse, da aus den gleichen Geldquellen gespeist und zu geschäftlichen Bedingungen.

Das Geschäftsmodell ist für Blogs aus der Hitparade interessant, ich mutmaße, das es unangenehm ist den Schritt vom aus Lust veröffentlichen zum Veröffentlichenmüssen zu machen, das kann man aber leicht ausblenden. Für mich nicht der Rede wert.

Als kleines Licht könnte ich eher Promotionjobs machen, also zielgruppenbezogen direkt oder am Rande Güter und Dienstleistungen bewerben, meine vermuteten Leser zu Kunden machen und mir das honorieren lassen. Unter Umständen schmierig aber einträglich, bestenfalls ein freundlicher nützlicher Hinweis. Das wäre in Betracht zu ziehen. (Nach meinem blogstatistischen feedback, wären fleshlight und realdoll schonmal gebongt)

Während ich,ich ich mich eher als Lernenden betrachte , der mit Symbolen des Zeitgeists spielerisch umgeht, gibt es Blogger zuhauf, die ich als Experten wahrnehme. Diesen ergibt sich die Möglichkeit dieses Expertentum zu monetisieren. Gängig ist hier wohl das Vortragen von Metaüberlegungen des Blogismus durch die Platzhirsche der Zunft , desweiteren beobachte ich die Verwendung des blogs als eine Art von Portofolio, derart das in dem blog brilliante Fähigkeiten vorgeführt werden, deren Urheber über Xing kontaktiert und angeheuert werden kann, mir schweben dabei Oliver Gassner und plomlompom vor. Was mich etwas wundert ist, das die Skypefunktion, sich Kommunikationszeit vergüten zu lassen, die zwar wahrscheinlich für erotische Dienstleistungen gedacht war, aber für Beratung sich anbietet, kaum benutzt wird (möglich auch, das es bei der Ankündigung seitens Skype geblieben ist). Also ich lasse mir weiterhelfen und bin bereit dafür zu zahlen, weil mein Problem drängend oder diffizil , die benötigte Information nicht ohne weiteres auffindbar und überhaupt ein Fall für einen Spezialisten ist. Expertenwissen.

Was bliebe mir ? Eine Möglichkeit wäre, wenn ich orginelle oder hilfreiche Artikel verfassen würde , mir diese direkt vergüten zu lassen, in der Art von Dossiers bei unser aller spon, mit frei dargebotenem teaser und dem eigentlich Artikel nach Bezahlung. Ist technisch vielleicht gar nicht so aufwendig, führt wohl aber auf direktem Wege in die Paranoia des Copyrightedcontentsbehütens, deren Erlösung erst in einem zukünftigen karmaähnlichen Kontosystem, das verwendete und geschaffene Inhaltswerte direkt mit einander verrechnen kann und Informationskonsum buchbar macht, möglich scheint.

Eine weitere Möglichkeit, das Mietmaultum. Also entweder das ich meine Ansichten über liquide Anbieter, wie die Presse, gegen Honorar veröffentlichen lasse, so wie gastartikelnde Blogger oder so, das ich meine Person zum Channel für bezahlende Stimmen mache, wie von Lobbies korrumpierte Experten. Da meine Reputation weder für das eine noch das Andere genügt verbliebe hier von Blogvermarktern bezahlte posts zu verfassen. Die Groschenheftautoren des Bloggewerbes, des Abschaums der Blogosphäre, dessen Erscheinen gerne mit Gejaule quittiert wird.

Da dieses nicht besonders erhellend ist, lenke ich hier meinen Blick auf datenschmutz, den ich neben meiner lobenden Erwähnung unter anderem auch dafür gutheiße, das er unvoreingenommen in dem Medium agiert. Herr Pettauer hat keine Berührungsängste bezüglich der Formate, über die sich Geldfluß nutzbar machen lässt,er ist ein moderner Wissensvermittler und Symboltätiger , der über alle zur Verfügung stehenden Kanäle agiert. Der für Trigami schreiben kann, ohne das dadurch seine aus anderer Motivation elaborierten hervorragenden Texte anrüchig würden. Ein one man magazine writing gun for hire, sozusagen und für mich glaubwürdiger und kompetenter bezüglich des Themas Profitbloggens als ich zum Beispiel, der sich die Geistesarbeit pauschal über H. IV vergüten lässt und keinerlei feedback realisieren muss.

Jetzt würde ich gerne noch auf Elias Schwerdtfeger eingehen, einen Künstler/blogger, der viel von sich gibt, freiwillig,vielschichtig und vielgestaltig und es den Usern freistellt, ihn dafür zu honorieren. Ich glaube im Maybach reist er noch nicht, Kevin Kelly spricht von ca. 1000 diehard fans die ein Publikationsartist zum Wohlstand bedarf, aber dieses strukturierte Schreiben ist anstrengend.

Nexuslex vorläufiges Fazit: Wenn viele Rinnsaale sich zu einem Bach vereinen der das Mühlrad am laufen hält, ist die Welt am rotieren.

Champagner für den Bloggersuperstar gibt s nur auf Empfängen der PR-Industrie, Reichtum lockt den ehrlichen Blogmalocher nicht, aber Aufwandsentschädigung und Anerkennung vielleicht, Prestige und Kommunikation mit Gleichgesinnten.

Für meine Teil: So einen verschwurbelten Text zu strukturieren ist ganz schön aufwändig, weswegen ich ihn jetzt wie immer unausgegoren ins Netz stelle. Wertstabil für Umme, Leistungsgerecht umsonst.

Was ein Streß! jetzt erstmal vergnüglich datensurfen und später dann versuchen dem Ungetüm Sinn einzuhauchen.

Was schon mal klar: unabhängig Schaffende, mit Talent und Begeisterung für das was sie tun, also mein feedreader sind ganz klar die Besten. Diejenigen die Modelle der Ummünzung entwickeln sind Avantgarde.

Pause

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7 comments on “Im ßchweiße deineß Angeßißchtß bloggern
  1. Komplexe Formulierungen – Respekt!

    Inhaltlich ist das gut beobachtet, ich sehe das jedoch ein gutes Stück positiver. Bloggen bietet Möglichkeiten, die noch längst nicht ausgeschöpft werden.

    Für professionelle Blogger hat eine Zeit begonnen, ihre Arbeit auch bezahlt zu bekommen. Würde die Blogosphäre dies nicht bei unzähligen Gelegenheiten schlecht reden, wäre man hier schon einen guten Schritt weiter.

    Ich bin dennoch optimistisch.

  2. nexuslex says:

    Mann, ich kenn das Thema von der blogbar, ich dachte das sei sehr positiv.
    Ich fände es auch toll, wenn man sich jede (nützliche) Tätigkeit vergüten lassen könnte, z.B. über ein elektronisches Konto.
    Man muß mal wieder neue Wege erschließen, momentan ist es noch ein altbackener Kuchen, alle sind hungrig und der Umgangston ist manchmal rauh.

  3. nexuslex says:

    War mir jetzt nicht so bewusst, sonst hätte ich noch respektlos dazugesetzt.In der Schnellübersicht würde ich auf hacking des Systems, nicht auf kriminelles Vorteilsbeschaffen tippen.Den Multiplikationsvorteilen der Arrivierten und ihrer gated community Mentalität darf man ruhig mal kreativ begegnen, das hilft ja auch die Techniken zu perfektionieren und Schwachpunkte zu erkennen.
    Aber danke für den Hinweis

  4. lanphuong says:

    Where we tonight shall camp?….The top blogs of the day. the newest report , see and reply me some comments. Thanks.

  5. […] doch ein Menschenherz in meiner Brust. Niemand ist eine Insel. Am gleichen Tag habe ich mich zu einem Rant hinreissen lassen, bezüglich der elitär fundamentalstischen Haltung, das nur Hobbyblogger […]

  6. […] Gegenbild zu ihrer kümmerlichen Existenz kreiren wollte, ja und da wurde hier etwas hitzköpfig dieser Eintrag verfasst und der war wohl etwas unscharf, da dort Fleischblütler und Netzistenzen in einem […]

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